Neuseeland Erfahrungsberichte
In den Jahren 2006/2007 hatte ich sechs Monate lang die Möglichkeit, Neuseeland zu erleben. Diese Zeit verbrachte ich an ganz verschiedenen Orten: Im ersten Monat, während meines Sprachkurses, wohnte ich bei einer Gastfamilie in Onehunga, nahe Auckland. Anschließend bereiste ich als Backpacker die Nordinsel und übernachtete in verschiedenen Hostels. Die restliche Zeit arbeitete ich in verschiedenen Jobs und mietete mir ein kleines Appartement in der Nähe von Newmarket. Da gegen Ende meines Aufenthalts noch ein wenig Geld und Zeit übrig war, bereiste ich zuletzt die Bay of Island, genauer gesagt Pahia.
Während der ganzen Zeit und an allen Orten, die ich besucht habe, hat mich die Freundlichkeit und die Atmosphäre dieses Landes begeistert. An keinem anderen Ort der Welt bin ich so schnell mit Menschen ins Gespräch gekommen und habe mich so willkommen gefühlt, wie in Neuseeland. Deswegen steht für mich fest, dass ich wieder für einen längeren Zeitraum in dieses Land fliegen werde - um dieses Mal die Südinsel zu erkunden.
Ich erzähle meinen Mitmenschen gern und oft von meiner wunderbaren Zeit in Neuseeland -auch um sie davon zu überzeugen, dass es sich absolut lohnt, den langen Flug auf sich zu nehmen. Die Erlebnisse, menschlicher und visueller Art, wiegen die rund 30-stündige Anreise locker auf. Aus diesem Grund würde ich auch gern in Ihrer Online-Redaktion mitarbeiten: Ich liebe es zu schreiben und zu texten - und ich liebe Neuseeland. Anderen Reisefreudigen Tipps zu geben, wie sie ihren Aufenthalt bestmöglich gestalten, wie man einen längeren Aufenthalt finanzieren oder ein Studium aufnehmen kann - das würde mir große Freude bereiten. Außerdem plane ich, in absehbarer Zeit einige Monate in Australien zu leben und zu arbeiten. Die Ergebnisse meiner Planung teile ich gern mit anderen Interessierten.
Nina E.
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Neuseeland oder wo die Uhren anders ticken In Neuseeland ticken die Uhren anders. Logisch - sind ja auch bis zu 12 Stunden Zeitunterschied. Warum bis zu? Nun, abhängig von Sommer- oder Winterzeit sind uns die Kiwis zwischen 10 und 12 Stunden voraus.
Um eventuelle Verwirrungen am Reiseziel zu vermeiden, sollte man sich lieber vorher erkundigen, wie viele Stunden es aktuell gerade sind. Denn, offen gestanden: Nach einer Reisedauer von über 30 Stunden funktioniert das Gehirn doch etwas schwerfälliger als sonst. Ich spreche hier aus eigener Erfahrung - mein Empfangskomitee am Flughafen in Auckland brauchte mehrere Anläufe, bis ich kapierte, warum es jetzt wieviel Uhr ist.
Noch etwas sollte man übrigens bei der Reiseplanung unbedingt beachten: Die neuseeländischen Jahreszeiten sind den deutschen genau entgegengesetzt. Fliegt man also im deutschen Sommer ab, landet man im neuseeländischen Winter. Und der kann durchaus ebenso kalt und nass wie der deutsche sein. Hier zeigt sich dann übrigens auch eine der (vielen) Besonderheiten der Einheimischen. Kleidung wird in Neuseeland offensichtlich als Vorschlag und keineswegs als Notwendigkeit betrachtet.
Damit meine ich nicht, dass der Neuseeländer an sich zum Nudismus neigt. Vielmehr kann man an der Kleiderauswahl der Menschen weder erkennen, welche Jahreszeit, noch welches Wetter aktuell gerade angesagt ist. Geht man an einem kühlen, regnerischen Tag eine Straße entlang, kommen einem Menschen in Shorts und offenen Schuhen entgegen - die sich angeregt mit Begleitern unterhalten, die Handschuhe, Mütze und eine Daunenjacke tragen.
Das wirklich Interessante hierbei: Niemanden interessiert’s. Selbst erwachsene Frauen, die im Schlafanzug ihre Einkäufe erledigen, erregen keine besondere Aufmerksamkeit. Aufmerksam werden Neuseeländer bei ganz anderen Dingen. Die meisten Einheimischen sind extrem freundlich, ehrlich und offen allem Neuen gegenüber.
Es ist absolut üblich zu grüßen und sich nach dem Befinden zu erkundigen. Und zwar bei jedem, dem man begegnet. Wird dabei deutlich, dass man aus dem Ausland stammt, entsteht schnell ein Gespräch.
Dabei wollen die Kiwis immer zwei Dinge ganz genau wissen: Woher man kommt und wie es einem in Neuseeland gefällt. Und genau das führt uns jetzt wieder zu meiner Eingangsthese zurück - dass in Neuseeland die Uhren anders ticken. Denn die Einheimischen nehmen sich gern die Zeit für ein Schwätzchen: Immer und überall. Das schließt auch den Taxifahrer ein, der den geneigten Fahrgast mit zum Tanken nimmt, damit noch ein wenig länger geplaudert werden kann. Oder aber den Busfahrer, der den Fahrplan Fahrplan sein lässt - um in aller Gemütsruhe herauszufinden, wo man denn genau herkommt und wie lange man in ihrem schönen Land bleiben wird. Proteste der anderen Fahrgäste? Fehlanzeige.
Ebenso wenig Entrüstung ruft die Tatsache hervor, dass der Fahrer minutenlang auf einen heraneilenden Fahrgast wartet. Um diesem aus Deutschland stammenden Fahrgast (richtig, mir) freundlich zu erklären, dass es nicht nötig gewesen wäre, so zu rennen - er hätte mich schließlich gesehen und auf mich gewartet. Bei so viel Gemütsruhe und Freundlichkeit verwundert eine weitere Eigenart der Neuseeländer wenig: Jeder Fahrgast, der den Bus verlässt, bedankt sich mit einem lauten “Thank you, driver!”. Und in meinem Fall kam das immer von Herzen.
Nina E.

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